Strohgäu Karte und Gebietsgrenzen
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Bezeichnung
"Strohgäu" und
Anfänge der Region
Das Strohgäu
bezeichnet einen Landschaftsraum nordwestlich von Stuttgart. Im
Süden grenzt es an Stuttgart und das Korngäu, im Westen an das
Heckengäu. Aufgrund seiner fruchtbaren Böden (Parabraunerden aus
Löss) ist das Strohgäu bekannt für seine Landwirtschaft, zum
Beispiel für Getreide- und den Zuckerrübenanbau.
Zum Strohgäu gehören:
Markgröningen,
Schwieberdingen, Tamm, Korntal-Münchingen, Gerlingen, Ditzingen,
Hemmingen, Möglingen, Asperg, Heimerdingen, Hirschlanden und
Schöckingen.
Strohgäubahn
Die Strohgäubahn ist
eine eingleisige normalspurige private Nebenbahn mit einer Länge
von 22,3 km, die als Stichbahn Korntal mit Weissach verbindet.
Das Kursbuch führt sie als Strecke 790.7, im Verkehrs- und
Tarifverbund Stuttgart (VVS) wird sie als Regionalbahnlinie R61
geführt.
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Kaiserstein und
Kaisermanöver im Strohgäu
Das
Kaisermanöver 1883: Kaiser Wilhelm I., König von Preußen hat
während des Manövers auf der Höhe von Münchingen mittags
angehalten. Hier wurde dann der Kaiserstein gesetzt. 23.
Kaisermanöver 1885: auf der Gemarkung Münchingen (Württemberg),
auf einem Feldweg stehender Zug aus Reitern, Dieners und
Kutschen, Bildmittig steht Kaiser Wilhelm I. in einer Kutsche.
Kaisterstein bei
Hemmingen
Der
Kaiserstein Hemmingen ist ein ca. 6 Meter hoher Steinklotz
südlich von Hemmingen in Württemberg, der an den Besuch Kaiser
Wilhelms I. 1885 im Schloß von Hemmingen erinnert. Der
Kaiserstein Hemmingen gehört zu den höchsten Gedenksteinen in
Baden-Württemberg und wird von der lokalen Jugend häufig,
wahrscheinlich verbotenerweise, für Kletterübungen und als
Treffpunkt benutzt
Kaisterstein bei
Münchingen
Der Kaisterstein bei
Münchingen wurde errichtet von den Gemeinden Münchingen,
Schwieberdingen und Zuffenhausen.
Die Kelten, Gräber und das Keltenmuseum
Als Kelten
bezeichnete man seit der Antike Kulturgruppen der Eisenzeit in
Europa, die durch materielle Gemeinsamkeiten oder verwandte
Sprachen gekennzeichnet sind. Je nach Fachgebiet oder Sichtweise
werden mit dem Begriff Kelten entweder Siedlungsgemeinschaften
mit einer ähnlichen materiellen Kultur (archäologische
Definition) oder eine mittel- und westeuropäische
Sprachengemeinschaft (sprachwissenschaftliche Definition)
bezeichnet.
Das Keltenmuseum
Hochdorf befindet sich im Eberdinger Ortsteil Hochdorf, rund 18
km westlich von Ludwigsburg im Landkreis Ludwigsburg. Es zeigt
Exponate aus dem 1978 aufgefundenen keltischen Hügelgrab am
Rande des Orts und gibt einen Überblick über die Lebensweise der
Kelten im Allgemeinen.
Am Rande des Ortes
befindet sich ein gewaltiges keltisches Hügelgrab, das wieder
aufgeschüttet wurde. Mit einer Höhe von rund sechs Metern und
einem Durchmesser von etwa 60 Metern zählt es zu den größten
seiner Art. Hier wurde um 500 vor Christus ein "Fürst" der
Hallstattkultur mit großem Aufwand und reichen Grabbeigaben
bestattet. Die Lage der Grabstätte wurde mit Bedacht gewählt:
Vom Hügel aus hat man Richtung Osten einen freien Blick auf den
Hohenasperg, den damaligen Fürstensitz.
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Der Hohenasperg
In vorchristlicher
Zeit, um 500 vor Christus, war der Hohenasperg keltischer
Fürstensitz mit einer Fluchtburg. Zahlreiche keltische
Grabstätten in der näheren Umgebung sind so ausgerichtet, dass
sie freie Sicht auf den Hohenasperg bieten, beispielsweise das
große Hügelgrab bei Hochdorf oder die Grabstätte an der
Katharinenlinde bei Schwieberdingen. Einen ganz besonders guten
Blick auf den Hohenasperg bietet das am südlichen Rand von
Asperg liegende Kleinaspergle, von dem seit einer Grabung im
Jahre 1879 bekannt ist, dass es sich um ein keltisches Hügelgrab
handelt.
Um 500 nach Christus, nach dem Sieg der Franken über die
Alemannen, wurde der Hohenasperg fränkischer Herrensitz und
Thingstätte. Der damalige Name war „Ascisberg“.
Vöhingen - das
verschollene Dorf
Die
Wüstung Vöhingen ist ein ehemaliges Dorf, das auf der heutigen
Gemarkung der Gemeinde Schwieberdingen in Baden-Württemberg
liegt. Vöhingen befindet sich 2400 m östlich des heutigen
Schwieberdinger Ortskerns und ca. 11 km nordwestlich von
Stuttgart auf dem "Langen Feld". Die Wüstung liegt größtenteils
unter Baumbewuchs. Dieser ist ziemlich auffällig, da die großen
Äcker dieser Region nach der Flurbereinigung in den späten 50er
Jahren des letzten Jahrhunderts wenig Platz für Hecken und
Gebüsch lassen.
Vöhingen wurde
erstmalig im Jahre 779 urkundlich erwähnt. Aufgrund von
Bodenfunden gilt eine Besiedlung zur Merowingerzeit im 6. bis 7.
Jahrhundert als sicher. Seine Blüte hatte der Ort im 12.
Jahrhundert. Mit seinen teilweise gepflasterten Straßen und der
später gebauten eigenen Kirche (8. Jahrhundert) galt das Dorf
als nicht unvermögend. Die Äcker um das Dorf bieten bis heute
fruchtbare Lösböden.Mit Beginn des 13. Jahrhunderts wurden
jedoch immer mehr Bauernhäuser aufgegeben und schließlich
verfiel der Ort. Gegen 1350 verließen die letzten Bewohner das
Dorf.Eine mögliche Erklärung für das Ende könnte die Pest von
1347 gewesen sein. Es kommen aber auch klimatische und
politische Gründe infrage: Nördlich der Wüstung Vöhingen liegt
die heutige Stadt Markgröningen, welche (vermutlich) erstmals im
Jahre 1240 zur Freien Reichsstadt erhoben wurde und der
Dorfbevölkerung Vöhingen neue Lebensperspektiven geboten haben
dürfte.
Auf das ehemalige
Dörfchen Vöhingen deuten heute noch der "Vöhinger Weg" von
Schwieberdingen ausgehend hin, der "Vöhinger Graben": ein
Hohlweg nach Markgröningen und das "Vöhinger Pfädle" nach
Kornwestheim. Auf alten Karten findet man auch noch das
"Vöhinger Kirchle", welches bis ins 15. Jahrhundert erhalten
geblieben ist. 1481 ließ es der Graf von Nippenburg noch einmal
ausbessern. Bis zur Reformation wurde dort wöchentlich die
Heilige Messe gelesen.