DIE GESCHICHTE DES STROHGÄU

Das Strohgäu war, wie wir heute wissen, bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Menschliche Überreste einer Frau, die vor über 6000 Jahren beigesetzt wurde, belegen diese These. Diese so genannte „Mathilde“ wurde auf der Hülbe - Schwieberdingen gefunden. Gräber und Spuren von Kelten und Römern zeigen im ganzen Strohgäu, dass die „Kornkammer Württembergs“ seit Gedenken eine wichtige Stelle in der Region einnahm.

Auch der Name Strohgäu lässt sich ableiten aus dem römischen Wort "Gowe" für Gau und später Gäu. Da es sich um ein recht fruchtbares „Gowe" gehandelt hat, in dem vornehmlich Getreide und damit verbunden das Stroh produziert wurde, war die Namensgebung wohl zwangsläufig einfach.

 

Strohgäu Karte und Gebietsgrenzen

Bezeichnung "Strohgäu" und Anfänge der Region

Das Strohgäu bezeichnet einen Landschaftsraum nordwestlich von Stuttgart. Im Süden grenzt es an Stuttgart und das Korngäu, im Westen an das Heckengäu. Aufgrund seiner fruchtbaren Böden (Parabraunerden aus Löss) ist das Strohgäu bekannt für seine Landwirtschaft, zum Beispiel für Getreide- und den Zuckerrübenanbau.

 

Zum Strohgäu gehören:

Markgröningen, Schwieberdingen, Tamm, Korntal-Münchingen, Gerlingen, Ditzingen, Hemmingen, Möglingen, Asperg, Heimerdingen, Hirschlanden und Schöckingen.

 

Strohgäubahn

Die Strohgäubahn ist eine eingleisige normalspurige private Nebenbahn mit einer Länge von 22,3 km, die als Stichbahn Korntal mit Weissach verbindet. Das Kursbuch führt sie als Strecke 790.7, im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) wird sie als Regionalbahnlinie R61 geführt.

 

Kaiserstein und Kaisermanöver im Strohgäu

Das Kaisermanöver 1883: Kaiser Wilhelm I., König von Preußen hat während des Manövers auf der Höhe von Münchingen mittags angehalten. Hier wurde dann der Kaiserstein gesetzt. 23. Kaisermanöver 1885: auf der Gemarkung Münchingen (Württemberg), auf einem Feldweg stehender Zug aus Reitern, Dieners und Kutschen, Bildmittig steht Kaiser Wilhelm I. in einer Kutsche.

 

Kaisterstein bei Hemmingen

Der Kaiserstein Hemmingen ist ein ca. 6 Meter hoher Steinklotz südlich von Hemmingen in Württemberg, der an den Besuch Kaiser Wilhelms I. 1885 im Schloß von Hemmingen erinnert. Der Kaiserstein Hemmingen gehört zu den höchsten Gedenksteinen in Baden-Württemberg und wird von der lokalen Jugend häufig, wahrscheinlich verbotenerweise, für Kletterübungen und als Treffpunkt benutzt

 

Kaisterstein bei Münchingen

Der Kaisterstein bei Münchingen wurde errichtet von den Gemeinden Münchingen, Schwieberdingen und Zuffenhausen.

 

Die Kelten, Gräber und das Keltenmuseum

Als Kelten bezeichnete man seit der Antike Kulturgruppen der Eisenzeit in Europa, die durch materielle Gemeinsamkeiten oder verwandte Sprachen gekennzeichnet sind. Je nach Fachgebiet oder Sichtweise werden mit dem Begriff Kelten entweder Siedlungsgemeinschaften mit einer ähnlichen materiellen Kultur (archäologische Definition) oder eine mittel- und westeuropäische Sprachengemeinschaft (sprachwissenschaftliche Definition) bezeichnet.

Das Keltenmuseum Hochdorf befindet sich im Eberdinger Ortsteil Hochdorf, rund 18 km westlich von Ludwigsburg im Landkreis Ludwigsburg. Es zeigt Exponate aus dem 1978 aufgefundenen keltischen Hügelgrab am Rande des Orts und gibt einen Überblick über die Lebensweise der Kelten im Allgemeinen.

Am Rande des Ortes befindet sich ein gewaltiges keltisches Hügelgrab, das wieder aufgeschüttet wurde. Mit einer Höhe von rund sechs Metern und einem Durchmesser von etwa 60 Metern zählt es zu den größten seiner Art. Hier wurde um 500 vor Christus ein "Fürst" der Hallstattkultur mit großem Aufwand und reichen Grabbeigaben bestattet. Die Lage der Grabstätte wurde mit Bedacht gewählt: Vom Hügel aus hat man Richtung Osten einen freien Blick auf den Hohenasperg, den damaligen Fürstensitz.

 


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Der Hohenasperg

In vorchristlicher Zeit, um 500 vor Christus, war der Hohenasperg keltischer Fürstensitz mit einer Fluchtburg. Zahlreiche keltische Grabstätten in der näheren Umgebung sind so ausgerichtet, dass sie freie Sicht auf den Hohenasperg bieten, beispielsweise das große Hügelgrab bei Hochdorf oder die Grabstätte an der Katharinenlinde bei Schwieberdingen. Einen ganz besonders guten Blick auf den Hohenasperg bietet das am südlichen Rand von Asperg liegende Kleinaspergle, von dem seit einer Grabung im Jahre 1879 bekannt ist, dass es sich um ein keltisches Hügelgrab handelt.

Um 500 nach Christus, nach dem Sieg der Franken über die Alemannen, wurde der Hohenasperg fränkischer Herrensitz und Thingstätte. Der damalige Name war „Ascisberg“.

 

Vöhingen - das verschollene Dorf

Die Wüstung Vöhingen ist ein ehemaliges Dorf, das auf der heutigen Gemarkung der Gemeinde Schwieberdingen in Baden-Württemberg liegt. Vöhingen befindet sich 2400 m östlich des heutigen Schwieberdinger Ortskerns und ca. 11 km nordwestlich von Stuttgart auf dem "Langen Feld". Die Wüstung liegt größtenteils unter Baumbewuchs. Dieser ist ziemlich auffällig, da die großen Äcker dieser Region nach der Flurbereinigung in den späten 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wenig Platz für Hecken und Gebüsch lassen.

Vöhingen wurde erstmalig im Jahre 779 urkundlich erwähnt. Aufgrund von Bodenfunden gilt eine Besiedlung zur Merowingerzeit im 6. bis 7. Jahrhundert als sicher. Seine Blüte hatte der Ort im 12. Jahrhundert. Mit seinen teilweise gepflasterten Straßen und der später gebauten eigenen Kirche (8. Jahrhundert) galt das Dorf als nicht unvermögend. Die Äcker um das Dorf bieten bis heute fruchtbare Lösböden.Mit Beginn des 13. Jahrhunderts wurden jedoch immer mehr Bauernhäuser aufgegeben und schließlich verfiel der Ort. Gegen 1350 verließen die letzten Bewohner das Dorf.Eine mögliche Erklärung für das Ende könnte die Pest von 1347 gewesen sein. Es kommen aber auch klimatische und politische Gründe infrage: Nördlich der Wüstung Vöhingen liegt die heutige Stadt Markgröningen, welche (vermutlich) erstmals im Jahre 1240 zur Freien Reichsstadt erhoben wurde und der Dorfbevölkerung Vöhingen neue Lebensperspektiven geboten haben dürfte.

Auf das ehemalige Dörfchen Vöhingen deuten heute noch der "Vöhinger Weg" von Schwieberdingen ausgehend hin, der "Vöhinger Graben": ein Hohlweg nach Markgröningen und das "Vöhinger Pfädle" nach Kornwestheim. Auf alten Karten findet man auch noch das "Vöhinger Kirchle", welches bis ins 15. Jahrhundert erhalten geblieben ist. 1481 ließ es der Graf von Nippenburg noch einmal ausbessern. Bis zur Reformation wurde dort wöchentlich die Heilige Messe gelesen.

 

 

 

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